Finanzielle Infrastruktur

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Geschrieben von Stefan

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Finanzielle Infrastruktur

Ratgeber zum Thema „Reich werden“ heben gern auf passives Einkommen ab. Der geneigte Leser soll sein Geld so investieren das er davon Kapitaleinkünfte erzielt. Das klingt logisch und jeder nickt gedanklich. Passiert ist dann aber noch lange nichts, die meisten Menschen denken: „Das mache ich auch, wenn ich mal Geld erbe oder die Steuerrückzahlung endlich auf meinem Konto ist“.

Fakt ist, dass die allerwenigsten vermögenden Menschen ihr Vermögen aus den Steuerrückzahlungen aufgebaut haben. Fakt ist auch, dass die meisten Menschen die plötzlich eine größere Geldsumme erhalten diese auch genauso schnell wieder los sind.

Das passiert aus zwei Gründen: Erstens sie ändern ihre Ausgabegewohnheiten nicht, nur die Summen ändern sich vielleicht nach einem Lottogewinn. Zweitens fehlt die Infrastruktur um das Geld unterzubringen. Bei den meisten Menschen gleicht das dem Unterfangen fünf neue Familienmitglieder in eine Zwei-Zimmer-Wohnung unterzubringen. Dementsprechend schnell ist das Geld dann auch wieder weg.

Außerdem ist die Hoffnung auf den „Big Hit“ trügerisch und passiv, man nimmt sein Glück nicht selbst in die Hand. Mit einer passenden Finanzinfrastruktur schickt man dagegen jeden freien Euro wieder zu Arbeit und erzeugt das viel gesuchte passive Einkommen. Dazu sind gerade einmal zwei Fragen zu beantworten:

  1. Welche Konten brauche ich?
  2. Wie kann ich die am besten miteinander verbinden?

Die erste Frage habe ich so für mich beantwortet:

  • Girokonto: Braucht jeder, Gehälter werden in den seltensten Fällen bar ausgezahlt und weder Miete noch Strom kann man bar bezahlen. Deswegen hat auch jeder eins. Aber auch hierbei gibt es Unterschiede. Ein gebührenfreies Konto ist mittlerweile auch bei den meisten Filialbanken Standard, besser ist es noch wenn es eine kostenfreie VISA-Card und Guthabenverzinsung bietet.
  • Tagesgeldkonto: Braucht eigentlich auch jeder aber leider haben es nicht alle. Ein Tagesgeldkonto bietet deutlich höhere Zinsen, aktuell bis zu 2,6% pro Jahr. Das Geld ist dennoch täglich verfügbar. Im Unterschied zum Girokonto können damit aber keine Rechnungen bezahlt werden sondern nur Überweisungen auf ein Referenz-Girokonto getätigt werden. Es gibt auch Tagesgeldkonten die Unterkonten ermöglichen. (Siehe Artikel: Sparen mit Zielen)
  • Kreditkarte: Braucht man nicht unbedingt, sollte man aber haben. Erstens lassen sich damit viele Transaktionen im Internet abwickeln und man erhält einen relativ guten Käuferschutz, fehlerhafte Abbuchungen und Stornierungen von Buchungen lassen sich damit recht leicht beheben.

Es gibt außerdem Karten die Garantieverlängerungen und Bonusleistungen anbieten. Diese lohnen sich aber nur bei entsprechender Nutzung, siehe hier(Link zu Bonuskarten). Außerdem sorgt eine gut gepflegte Kreditkarte für ein gutes Kreditrating, schließlich nimmt man ja jeden Monat Kredit in Anspruch und zahlt auch pünktlich zurück.

Das volle Begleichen des Betrages ist jedoch entscheidend, ansonsten öffnen die Karten die Büchse der Pandora in Form von horrenden Zinsen. Die kann auch jede noch so gute Infrastruktur nicht ausgleichen.

Diese drei Elemente bilden die Basis um das eigene Einkommen möglichst effektiv und automatisch zu verteilen. Schließlich will niemand 2 Stunden in der Woche mit seinen Konten verbringen anstatt sich erfreulicheren Dingen zuzuwenden. Im zweiten Schritt muss man diese Konten dann noch effektiv miteinander verbinden:

Das Einkommen geht naturgemäß auf dem Girokonto ein, davon werden alle fälligen Rechnungen bezahlt, idealerweise direkt am Anfang des Monats. Leider sind nicht alle Firmen flexibel was die Rechnungstermine angeht. Wichtig sind aber die großen Brocken, Miete, Strom Versicherungen und die Kreditkartenrechnung des letzten Monats, wenn man sich denn für diese entschieden hat.

Danach bleibt eigentlich sowieso immer zu wenig übrig für einen ganzen Monat Arbeit aber davon muss noch ein bisschen mehr weg. Dieses bisschen mehr geht auf das Tagesgeldkonto, wenn Unterkonten vorhanden sind verteilt auf diese je nach Priorität-

Ich benutze ein Konto mit Unterkonten und festen Beträgen in diesen Unterkonten(siehe Sparen mit Zielen). Die Berechnung solcher Beträge habe ich hier vorgestellt. Die Prioritäten kann jeder für sich festlegen. Kommt nun eine größere Einmalzahlung kann man die Konten dementsprechend schneller auffüllen.

Die Überweisung auf das Tagesgeldkonto sollte möglichst automatisch erfolgen, am besten einen Tag nachdem alle größeren Brocken abgebucht wurden. So ist das Geld aus dem Fokus und man kann nicht „mal eine Überweisung vergessen“ weil Apple ein neues iPad vorgestellt hat. In dieser Grafik wird das Ganze noch einmal zusammengefasst:

Finanzielle Infrastruktur

Finanzielle Infrastruktur

 

So kommen jeden Monat kleinere Beträge zusammen die sich schnell aufsummieren und dann das vielgesuchte passive Einkommen generieren. Dieses Einkommen trägt natürlich nur zum Vermögenserhalt und zu den Sparleistungen bei, ist also noch kein echtes Einkommen. Nur eine handliche Unterstützung.

Diese Infrastruktur erleichtert nicht nur das tägliche Geldmanagement sondern kann dann auch dementsprechend wieder angepasst werden wenn ein Investmentkonto, Altersvorsorge etc. dazukommen. Und sie hat einen ungemein beruhigenden Effekt, schließlich sieht man genau wie viel Geld man jeden Monat verleben kann. Vorsorge für eventuelle Notfälle ist ja getroffen. Und eigentlich ist das Geld ja zum Ausgeben da und nicht zum Horten.

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