Bahnfahren lohnt sich doch!
Schlagworte: Auto Bahncard Bahnfahren Benzinpreise Dienstreisen Vergleichsrechner
Geschrieben von Stefan
In der letzten Woche habe ich einen Newsletter mit dem Thema "test your assumptions" – "Überprüfe deine Annahmen" erhalten. Inhaltlich ging es dann um die Tatsache, dass viele Menschen Entscheidungen aufgrund ihres Bauchgefühls, ihrer Annahmen, zu bestimmten Sachverhalten treffen anstatt diese vorher zu überprüfen. Das beschleunigt zwar die Entscheidung führt aber nicht immer zum besten Ergebnis.
In der nächsten Zeit muss ich regelmäßig wöchentlich pendeln, viele benutzen dafür schon fast automatisch ihr bereits vorhandenes Auto. Gerade bei Verbindungen zwischen zwei größeren Städten kann sich jedoch die Bahn als die bessere Alternative erweisen.
Dazu ein kleines Rechenbeispiel: Bei einer sechswöchigen Abwesenheit ergeben sich insgesamt 12 einfache Fahrten, die Strecke pro Fahrt beträgt 500 km. Bei einem Benzinpreis von 1,55 € und einem Autobahnverbrauch von 9 l auf 100 km (hier sollte man immer den tatsächlichen Verbrauch bei zügiger Fahrweise annehmen) ergeben sich 837 € Kosten für Benzin. Nicht berücksichtigt sind dabei die variablen Kosten für Abnutzung, Wertverlust etc., diese schlagen je nach Kfz-Typ mit bis zu 12 € pro 100 km zu Buche.
Auf den Hauptstrecken sind die Fahrkarten im Vergleich zu Nebenstrecken deutlich günstiger, die Beispielstrecke von Bremen nach Aachen kostet bei Zugbindung maximal 68 € und verspricht eine kaum längere Fahrtzeit von 4:45 h. Insgesamt dann also 12 x 68 € = 816 €, ohne variable Kosten eine Einsparung von 21 € und noch ohne Bahncard. Rechnet man diese ein (Bahncard 25: 669 €, Bahncard 50: 638 €, der Preis der Bahncard ist enthalten) wird die Einsparung schon signifikant größer.
Bei entsprechend guter Verbindung kann Bahnfahren eine lohnenswerte Alternative zum wöchentlichen Rennen auf deutschen Autobahnen sein, allerdings erhöht Bahnfahren natürlich den Koordinierungsaufwand erheblich. Andererseits kann man im Zug dann doch mal die 20 Bücher lesen, die noch ungelesen im Regal stehen.
Wer den Unterschied zwischen den Verkehrsmitteln einmal für seine eigenen Verhältnisse ermitteln möchte findet hier einen einfachen Vergleichsrechner. Da es sich hier um eine Eigenentwicklung handelt, bin ich für Feedback stets dankbar.


Die Rechnung ist ja wirklich ganz nett, aber ich bin mit der Annahme unzufrieden man würde diese ganzen. Strecken alleine zurücklegen.
Ich für meinen Teil legen den Großteil länger Strecken in Deutschland mit 1-3 Freunden zurück und neben mir gibt es noch etliche andere Leute die ihren Fahrten auch für Mitfahrer über das Internet verfügbar machen.
Ich stimme mit der Aussage überein, dass sich die Bahn rentieren kann aber die vorgenommenen Rechnungen sind stark am Beispiel von Pendlern orientiert.
Eine der stärksten pendlergruppen sind meiner Meinung nach Studenten und gerade diese sind nicht faul darin sich günstigere Methoden des Transports zu überlegen und ihr Auto sozusagen mit anderen zu teilen. Dieser in den letzten Jahren aufgekommene und immer stärker zunehmende Trend löst die Bahn immer mehr ab und auch kleinere Busunternehmen spezialisieren sich bereits auf pendlergruppen um die Bahn auszustechen. Wenn die Bahn mit ihrem Kurs der Preiserhöhung stur weitermacht und in Sachen Service , ausfallsicherheit und Sauberkeit weiterhin nur mit schlechten Leistungen glänzen kann drf sie sich auch nicht wundern von den deutschen so sehr verachtet zu werden. Eine feine Rechnung aber die Bahn ist nicht das günstigste Verkehrsmittel! Wenn man alle wenn und Abers einführt darf man das ebend nicht nur für die Bahn machen sondern auch für das Auto. Und wenn ich mit Freunden von Leipzig nach Köln und zurück fahre und dafür weniger als 40 Euro zahlen muss dann möchte ich den sehen der mir ein günstigeres Bahnstrecken mit wenig umsteigen und sauberen Kabinen zeigen kann. Zum Vergleich möchte ich anführen, dass eine bekannte von mir zur Beerdigung einer Angehörigen nach Köln für 210€ fahren durfte und zusätzlich 30€ stornierungsgebühren zu zahlen hatte, da Rückfahrt automatisch für den selben Tag angegeben wurde.
Abschließend möchte ich sagen, dass die Bahn ihre Preise nicht senken wird wenn der nötige Druck nicht besteht. Hört auf die günstigsten bahnpreise vergleichen zu wollen und suc nach mitfahrgelegenheiten, welche im internet schon jetzt hervorragend organisiert werden.
Ich möchte mich im Nachhinein für die grausamen Fehler in meinem Text entschuldigen, aber ich habe ihn mit dem Tablet geschrieben und diese einprogrammierte automatische Korrektur raubt mir jetzt bereits den letzten Nerv
So schlimm waren die Fehler nicht wenn man die Uhrzeit bedenkt.
Beim iPad kann man die Autokorrektur auch deaktivieren. Ich schreibe dann lieber etwas langsamer.
Der Artikel war wirklich auf ein Wochenpendlerszenario ausgelegt. Man muss sicher im Einzelfall entscheiden welche Lösung am praktikabelsten ist. Für meinen Fall war es die Bahn, es kommt dabei aber immer auf die genaue Strecke und die sonstigen Umstände an.
Ich halte nicht allzuviel von Mitfahrgelegenheiten weil mir da einfach das Vertrauen fehlt, außerdem wird es bei Sperrgepäck wie Fahrrädern in einem PKW schnell eng. Außerdem kann ich in der Bahn am Laptop arbeiten, im Auto ist mir das zu unbequem.
Die angesprochenen Ost-West-Verbindungen sind ein echtes Problem, da fehlt einfach die dementsprechende Infrastruktur, ein Erbe der deutschen Teilung und Symptom einer einseitigen Verkehrsplanung.
Die Bahn bietet aus meiner Sicht doch mehr Sicherheit als andere Verkehrsträger, während meiner regelmäßigen Fahrten hatte ich nur selten ein Verspätungsproblem, meist liess sich das durch flexibles Umsteigen und das kostenlose Upgrade auf ICE-Verbindungen lösen.
Der Artikel soll ja auch nicht alle Mobilitätsprobleme abdecken, vielleicht hätten sie ja Lust einen Artikel zum Thema Mitfahrzentralen zu verfassen, mir fehlt leider im Moment die Zeit dazu.