Auf unsicherem Boden
Schlagworte: Familie Sparen Stabilität
Geschrieben von Stefan LorenzDie Schuldenkrise hat längst nicht nur die westlichen Staaten erreicht, auch die privaten Haushalte verschulden sich immer weiter. Stetig steigen die Zahlen von Privatinsolvenzen 1 und überschuldeten Haushalten. Das ist aber nur die Spitze des Eisberges, immer mehr Menschen leben auch von Gehaltseingang zu Gehaltseingang und sehen sich nicht in der Lage Vermögen aufzubauen.
Im Wall Street Journal wurde eine Studie veröffentlicht deren Ergebnissen zu Folge fast die Hälfte der Amerikaner sich nicht in der Lage sehen eine unerwartete 2000$-Rechnung ohne Schulden zu begleichen. 2 Schlimmer ist jedoch ein Nachsatz der Studie: “Perceived capacity to cope with an emergency is lowest in the U.S., U.K. and Germany, all countries in which 50% of households or more would probably or certainly be unable to come up with the emergency funds.” Deutschland ist also von dem gleichen Problem betroffen.
1440€ entsprechen den genannten 2000$, oder knapp 5% eines Jahresdurchschnittseinkommens von 29200€. 3 Nun könnte man dafür strukturelle Probleme, gestiegene Mieten, die Inflation oder was auch immer verantwortlich machen. Oft ist es jedoch auch ein fehlender Überblick über die jährlichen regelmäßigen und planbaren Ausgaben sowie das verfügbare Restbudget.
Viel schlimmer ist nämlich eine implizite Aussage: Mehr als 50% der Haushalte in Deutschland erreichen nicht einmal eine Sparquote von 5%! Das sind durchschnittlich 75€ monatlich, Vermögen kann man damit nicht aufbauen, ein Haus kaufen oder renovieren erst recht nicht. Fällt das Einkommen aus, klopft die Armut eigentlich schon an die Tür.
Nun gibt es drei Möglichkeiten diesem Problem Herr zu werden: Einkommen erhöhen, Ausgaben senken oder am besten beides zusammen. Wie bei einem guten Fitnessplan führt nur die Kombination aus beiden zum langfristigen Erfolg.


“Ich finde die Zivilisation ist eine gute Idee. Nur sollte endlich mal jemand anfangen, sie auszuprobieren.”
Arthur C. Clarke
Zivilisation ist nicht eine Frage der Politik, sondern einer funktionierenden Makroökonomie, “die ja doch nur aus einer Reihe banalster Selbstverständlichkeiten besteht” (Zitat: Silvio Gesell) und darum von “Spitzenpolitikern” und “Wirtschaftsexperten” am allerwenigsten verstanden wird, denn sie leben davon, dass die Volkswirtschaft eben nicht funktioniert, so wie Zahnärzte davon leben, dass viele Menschen ungesunde Zähne haben.
Alle anderen verstehen die “banalsten Selbstverständlichkeiten” solange nicht, wie sie auf subtile Weise von einem künstlichen Archetyp im kollektiv Unbewussten gesteuert werden, der vor Urzeiten programmiert wurde, damit das, was wir heute “moderne Zivilisation” nennen, überhaupt entstehen konnte, und der es der halbwegs zivilisierten Menschheit unmöglich macht, zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus zu unterscheiden – die Voraussetzung dafür, dass es eine Zukunft gibt:
http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/07/was-passiert-wenn-nichts-passiert.html
Mir ging es weniger um die grundsätzliche Kritik am Wirtschaftssystem sondern eher um die Adaption an das System.
[...] kostet das Leben? 29. Juli 2011Von StefanMein letzter Artikel zur finanziellen Situation der Privathaushalte hat mich dazu gebracht mich einmal etwas näher mit [...]