Schneller Surfen mit alternativem DNS-Server

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Geschrieben von Stefan

stopschildDNS oder Domain Name Service ist ein Dienst im Internet den kaum einer kennt und dennoch jeder jeden Tag braucht. DNS sorgt für die Übersetzung der kryptischen IP-Adressen in Wörter. Beispielsweise wird so aus 192.0.32.10 www.example.com. Etwas bekannter wurden die Server in Bezug auf die „Stoppschild-Diskussion“ im Sommer 2009. Das Gesetz sah einen Eingriff in die DNS-Server vor, rief der „Nutzer“ eine gesperrte Seite auf wurde er auf die Seite des Stoppschildes umlenkt. Ihre Funktion wird aber auch sonst durch Eingriffe der Provider eingeschränkt. Existiert eine Domain nicht, fangen die meisten das Signal „NXDOMAIN“ ab und ersetzen das Ergebnis durch eine eigene Werbeseite. 1

DNS-Server wechseln

Beide Probleme kann man recht einfach umgehen und zusätzlich noch ein bisschen Geschwindigkeit gewinnen. Google, erst in den letzten Tagen selbst ins DNS-Geschäft eingestiegen, beschreibt auf seiner Website2 den Geschwindigkeitsvorteil genauer: Ruft der Nutzer eine Seite auf sind meist mehr als eine DNS-Abfrage notwendig um alle Elemente anzeigen zu können. Verzögern sich diese Anfragen aufgrund schlechter DNS-Performance fühlt sich auch die schnellste Internetverbindung hakelig an. Umgekehrt kann man durch die Wahl

Normalerweise stellt der Provider einen DNS zur Verfügung, man muss also nichts eintragen oder verändern. Um nun den DNS-Server zu ändern gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man stellt sie für jede Verbindung separat in den Netzwerkeigenschaften ein, unter Windows 7 separat für IPv4 und IPv63, oder wenn man über einen Router ins Internet geht, direkt in den Routereinstellungen.

laneinstellungen-win7 dnsrouter

Bei der Einstellung im Router gelten die DNS-Vorgaben für alle Rechner, bei der Einstellung im Betriebssystem nur für den einzelnen Rechner. Dennoch kann es sinnvoll sein gerade auf Laptop diese Einstellungen vorzunehmen, sie gelten dann nämlich für alle Netze mit denen man den Laptop verbindet.

Die Qual der Wahl

Welchen DNS sollte man nun nehmen? Hier gibt es viele Antworten, will man sich nicht der Zensur und Umleitung aussetzen, empfiehlt sich ein Server des CCC oder der German Privacy Foundation. F!XMBR hat hier eine umfangreiche Liste zusammengetragen. Gerade diese Server verfügen jedoch nicht über eine überragende Performance.

OpenDNS, UltraDNS und GoogleDNS werben vor allem mit Geschwindigkeitsvorteilen und einem Phishing-Schutz. Wie man oben erkennen kann habe ich mich für den Google-Server entschieden. OpenDNS sitzt in den USA und ist deshalb für deutsche Kunden eher suboptimal. Das zeigte auch ein Test mit einem kleinen Java-Programm von browsermob.com. Die Datenschutzbedenken bei Google teile ich nicht, jeder deutsche Server sammelt mindestens genauso viele Daten. Mein ISP-DNS fällt von vornherein aus, er liefert kein NXDOMAIN.

Den schnellsten Server für den eigenen Standort findet man mit dem kleinen Tool namebench. Es ist für alle gängigen Betriebssysteme erhältlich und stellt eine GUI sowie ein Kommandozeilentool zur Verfügung. Nach dem Download kann man den Test durchlaufen lassen und bekommt die Ergebnisse übersichtlich dargestellt. Der Screenshot zeigt auch warum ich mich nicht für OpenDNS entscheiden habe.

namebench-start namebench ergebnis

GoogleDNS schlägt alle anderen Anbieter bei weitem, wahrscheinlich auch noch durch eine recht geringe Serverlast bedingt. Die Adressen für den primären und sekundären GoogleDNS sind auch leicht zu merken( 8.8.8.8 und 8.8.4.4) und Google liefert NXDOMAIN zurück. Die Wahl fiel dann recht leicht und subjektiv ist das Surfen auf jeden Fall schneller geworden.

  1. ZDNet.de: Umsatz um jeden Preis: Falsche DNS-Antworten der Provider
  2. Google PublicDNS: Performance Benefits
  3. Nur notwendig wenn man bereits über einen Tunnel IPv6-Verbindung hat.

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