Frischzellenkur für Firefox
Das neue Jahr hat gerade begonnen. Während draußen der Winter die Natur noch fest im Griff hat und es bis zum Frühling noch eine Weile hin ist, kann man die Zeit drinnen nutzen, um sein System mal wieder auf Vordermann zu bringen. Warum nicht mit Firefox beginnen, der vom jahrelangen Updaten träge geworden ist und an dessen Design man sich ob der täglichen Nutzung langsam satt gesehen hat?
Sichern und Löschen
Kein Zweifel, die Updatefähigkeit des Firefox ist ein tolles Feature. Dennoch mag sich nach langer Nutzung des Browsers der Wunsch einstellen, statt eines Updates eine saubere Neuinstallation vorzunehmen. Dazu empfiehlt es sich, vorher ein Backup der Lesezeichen anzulegen. Firefox bietet dazu eine praktische Exportfunktion, die sich in der Lesezeichenverwaltung findet:
Damit lassen sich alle Lesezeichen in einer Datei speichern und später einfach wieder importieren. Neben der Sicherung der Lesezeichen sollte man sich auch die Addons notieren, um diese später in der aktuellen Version wieder installieren zu können. Auch gespeicherte Passwörter sollte man kennen, denn diese müssen nach einer Neuinstallation natürlich neu eingegeben werden.
Ist das erledigt, kann die Neuinstallation in Angriff genommen werden. Über die Systemsteuerung lässt sich Firefox ohne Probleme deinstallieren – wer jedoch seinen Rechner neu aufgesetzt und Firefox nur aus seiner Sicherung zurückgespielt hat, wird dort wahrscheinlich keinen Eintrag finden. Hier sollten dann manuell sowohl das Installationsverzeichnis des Browsers, als auch die Profilverzeichnisse gelöscht werden. Letzteres gelingt am schnellsten, indem man WIN+R drückt und im erscheinenden Fenster “appdata” eingibt. Vista und Windows 7 speichern die Profile in den Ordnern Local und Roaming:
Dort findet sich jeweils ein Ordner Mozilla, der gelöscht werden muss:
Zur Sicherheit kann man beide Ordner vor dem Löschen auch in ein Backup-Verzeichnis kopieren, um im Falle des Falles eine Sicherung seines Browserprofiles zur Verfügung zu haben.
Neuinstallation
Für diejenigen, die gerne das Neuste testen, bietet es sich an, die aktuelle Beta 3.6 zu überspringen und direkt die letzte Alpha des Browsers zu installieren – Minefield 3.7a1pre. Trotz des klingenden Names dieser Entwicklungsversion ist nichts zu befürchten – die Alpha läuft auf Windows 7 sehr stabil, ohne Probleme und subjektiv auch schneller. Auf einem Produktivsystem sollte man von der Installation dennoch besser absehen.
Nach erfolgreicher Installation begrüßt einen der Standard-Firefox mit der Minefield-Startpage, nur das andere Programmicon fällt ins Auge. Nun kann man die Datei mit den vorher gesicherten Lesezeichen wieder importieren und sich dann daran machen, den Browser anzupassen.
Oberflächenkosmetik
Wer die Vorschläge für das künftige Firefox-Design mit seinem gerade installierten Browser vergleicht, wird feststellen, dass sich in der aktuellen Alpha in Sachen Design nichts grundlegendes geändert hat. Gerade unter Windows 7 wäre eine derartige Integration in die neue Aero-Oberfläche des OS jedoch eine tolle Sache. Abhilfe gibt es auf der Addon-Seite von Mozilla. Dort sollte man sich am besten kurz registrieren, um Addons herunterladen zu können, die nicht für die Alpha freigegeben sind. Als angemeldeter Benutzer kann man die Versionsabfrage ignorieren und die Addons trotzdem herunterladen. Um sie zu installieren, nutzt man die Nightly Tester Tools.
Nach getaner Arbeit kann Minefield so aussehen:
Dazu lädt man sich das Theme Strata40 sowie das Tool StrataBuddy herunter. Nach einem Neustart des Browsers wählt man in den StrataBuddy-Optionen als Style 4.0 und als Background-Style Aero Glass aus:
Unter den weiteren Kategorien Tabs und Misc wählt man folgendes aus:
Das Addon Strata HomeTab fügt schließlich noch den Home-Button links von der Tab-Leiste ein:
Das Theme fast die Vor- und Zurück-Buttons zusammen. Der Reload-Button wandert ans Ende der Adresszeile und wird mit dem Stopp-Button zusammengefasst:
Feintuning
Zur Komplettierung des Designs empfiehlt sich die Installation der Addons Fission, Tab Progress Bar und Tabberwocky. Bei letzterem sollten folgende Haken in der Konfiguration gesetzt werden:
Zusammen mit den beiden anderen Addons wird der Ladestatus einer Webseite nun unter der Adresszeile oder unterhalb des Titels eines nichtaktiven Tabs angezeigt:
Tabberwocky bietet zudem eine Vielzahl von Möglichkeiten. So kann man Tabs etwa sperren oder ihre Schließung verhindern:
Das Addon AppTabs ermöglicht es, Tabs auf die Größe ihres Favicons zu verkleinern und rechts vom Home-Button gewissermaßen als Anwendungssymbole anzuzeigen:
Dabei kann man in den Optionen auswählen, ob man das Schließen von AppTabs verhindern möchte. Gibt es AppTabs in mehreren offenen Browserfenstern, so führt die Schließung eines Fensters dazu, dass die AppTabs im verbleibenden Fenster angezeigt werden.
Mit dem Addon Personal Menu kann man die Menüleiste des Browsers aus- und mit einem Druck auf die ALT-Taste wieder einblenden:
Die wichtigsten Funktionen lassen sich über Schaltflächen trotzdem schnell erreichen:
Standardmäßig ist bei der Alpha die vom InternetExplorer unter Windows 7 bekannte Tab-Vorschau in der Taskleiste aktiv:
Dieses Feature ist jedoch eher unübersichtlich und verhindert, dass man Firefox bzw. Minefield mit einem Klick auf das Taskleistensymbol mini- und maximieren kann. Um es abzuschalten, muss man manuell in die Konfiguration eingreifen. Dazu tippt man in der Adressleiste about:config ein und sucht dann nach dem Eintrag browser.taskbar.previews und setzt ihn auf false:
Danach ist das vom Firefox gewohnte Verhalten wieder hergestellt. Die Unterstützung für die JumpLists von Windows 7 ist trotzdem verfügbar:
Nützliches Zubehör
Weitere nützliche Addons sind Locationbar²
und ImageToolbar.
Viel Spass beim Basteln!
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Coole Sache. Steckt viel Arbeit drin Firefox so anzupassen.
Ich habe nur das Shareaholic weggelassen. Evernote geht mit dem WebClipper besser und den Rest hat man ja bei Feedly Mini dabei.